Kapitel 1: Wohin fliegen wir nochmal? 

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(C) Christian R. Ey
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Wed Feb 02 00:48:29 GMT+01:00 2005
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Kapitel I

-- Wohin fliegen wir nochmal? --


Blick aus dem Flugzeug aufs Meer mit Flügel des FlugzeugsUnser Flug ging erstmal von München nach Amsterdam mit der Koninklijke Luchtvaart Maatschappij, kurz KLM. Jetzt wird sich so mancher fragen: Liegt Amsterdam auf dem Weg nach Taiwan? Antwort: Nicht wirklich. Aber wenn man den günstigsten Flug nach Taiwan sucht und alle anderen Flüge in der Preisklasse schon ausgebucht sind, heißt die Antwort vielleicht doch: Ja.

Nagut. Wir flogen also nach Amsterdam, um dort nach einem gut einstündigen Flug in eine Maschine der China Airlines umzusteigen. Als wir an das entsprechende Gate kamen, bekamen wir erstmal einen Schreck: Unsere Boeing 747 war zwar am Gate. Und die Anzeige am Gate sagte wie erwartet: "Flug CI65". Doch was war als Zielort angegeben? Bangkok?? Wie - Bangkok!! Bangkok liegt in Thailand, so weit so gut. Wir wollten aber nach Taiwan!

Bald stellte sich heraus, dass unsere Aufregung grundlos war, da der Flug in Bangkok einen Zwischenstopp von einer Stunde hatte, und danach nach Taipeh weiterflog. Davon hatte die nette Dame im Reisebüro Flugbazar nichts gesagt! Unsere Route hieß also nicht wie erwartet München - Amsterdam - Taipeh, sondern München - Amsterdam - Bangkok - Taipeh. Das hat mich beeindruckt. Ich glaube, das war der umständlichste Flug, den ich je hatte. Zu allem Überfluss flogen wir von Amsterdam nach Bangkok global gesehen dann ziemlich nahe an München vorbei...! Aber immerhin hatten wir ca. 200 Euro pro Person gegenüber einem Direktflug gespart. Das tröstete mich.

Ich persönlich finde es ja total spannend wie sich die Art der Erdoberfläche und die Art der menschlichen Beeinflussung derselben im Laufe eines so langen Fluges ändert, und könnte stundenlang aus dem Flugzeugfenster schauen. Doch das finden die anderen im Flugzeug meist gar nicht so toll, da sie nicht aus dem Fenster, sondern in die Röhre bzw. auf die Leinwand schauen wollen, um sich den ach-so spannenden Kinofilm anzutun. Ich hab mir noch nie zuvor vorstellen können, wieviel Aufmerksamkeit man auf sich ziehen kann, wenn man im stockdunklen Flugzeug einen Fenster-Rollo öffnet, und damit das grelle Licht auf die Leinwand schleudert.

Ich schloss den Rollo wieder und starrte betont gelangweilt auf die Leinwand. Ich würde ja doch nicht schlafen können während den kommenden 16 Stunden.